Mitten im Pattern den Faden verloren? Mit diesen 5 Methoden bleibst du auch unter Turnierdruck konzentriert
zuletzt aktualisiert am: 28. September 2026
Inhaltsverzeichnis
Ich gestehe dir gleich zu Beginn etwas, das eine Mentaltrainerin eigentlich nicht so gern zugibt: Ich habe vor einer Horsemanship schon einmal fast meine Zeit im Warm-up verpasst. Das lag nicht an Nervosität oder Trödelei. Kurz vorher hatte mich eine andere Reiterin angesprochen, und wir sind so gut ins Gespräch gekommen, dass ich alles um mich herum vergessen habe.
Damit du nicht denkst, das sei ein einmaliger Ausrutscher gewesen: Nach einer Ranch Riding war ich felsenfest überzeugt, dass ich mit der Platzierung ohnehin nichts zu tun habe. Also stand ich plaudernd am Rand, völlig vertieft, während mein Name aufgerufen wurde. Ich habe es schlicht nicht mitbekommen und hätte meine eigene Platzierung um ein Haar verpasst.
Wenn ich heute an diese beiden Momente denke, muss ich schmunzeln. Denn eigentlich zeigen sie etwas ganz anderes als fehlende Konzentration. Ich war in beiden Situationen hochkonzentriert, nur eben auf das Gespräch und nicht auf das, was gerade dran war.
Konzentration geht selten verloren. Sie landet nur woanders.
Genau das passiert auch mitten im Pattern. Du reitest deinen Zirkel, und plötzlich hängt dein Kopf beim Stopp von eben, beim Richter oder bei der Frage, ob das heute für eine Platzierung reicht. Dein Fokus ist in diesem Moment da, er ist nur abgebogen. Und dein Pferd steht mit seiner Aufgabe auf einmal ziemlich allein da.
Die gute Nachricht: Wohin deine Aufmerksamkeit wandert, kannst du lernen zu steuern. In diesem Artikel erfährst du, warum der Fokus ausgerechnet unter Turnierdruck so gern abbiegt, weshalb ein gut gemeinter Gedanke wie „Absatz tief“ dich manchmal sogar ausbremst und mit welchen fünf Methoden du deine Konzentration trainierst, im Sattel und daneben.
Was Konzentration beim Westernreiten eigentlich bedeutet
Viele Reiter stellen sich Konzentration wie einen Muskel vor, den man anspannt und dann möglichst lange festhält. Wer sich nur genug zusammenreißt, bleibt fokussiert, und wer abschweift, hat sich eben nicht genug Mühe gegeben. Dieses Bild setzt dich ganz schön unter Druck, und es trifft die Sache leider nicht.
Konzentration bedeutet, deine Aufmerksamkeit dorthin zu lenken, wo sie gerade gebraucht wird. Das klingt einfach, hat aber einen Haken: Beim Westernreiten ist das alle paar Sekunden ein anderer Ort.
Ein Bild, das mir dabei hilft, ist eine Kamera mit vier Einstellungen. Du kannst sie nach draußen richten oder nach innen, und du kannst weit aufziehen oder ganz nah heranzoomen.
Weitwinkel draußen: Du nimmst die ganze Arena wahr, planst deine Linie, siehst, wo das nächste Pferd im Warm-up läuft und wo dein nächster Marker steht.
Zoom draußen: Du bist ganz bei einem Punkt, etwa bei der Stange im Trail, der Stelle für deinen Stopp oder den Ohren deines Pferdes.
Weitwinkel drinnen: Du gehst im Kopf deinen Plan durch und weißt, was als Nächstes kommt.
Zoom drinnen: Du spürst ein einzelnes Detail in dir, zum Beispiel deinen Atem, deinen Sitz oder deine Hand am Zügel.
Keine dieser Einstellungen ist besser als die andere. Ein Reining-Pattern braucht beim Anreiten auf den Stopp einen anderen Blick als im Zirkel, eine Horsemanship vor dem Start einen anderen als im Manöver. Gute Konzentration zeigt sich deshalb weniger darin, wie lange du eine Einstellung hältst, sondern wie gut du zur richtigen Zeit umschaltest.
Vielleicht erkennst du jetzt auch, was bei mir am Warm-up schiefgelaufen ist. Meine Kamera war die ganze Zeit scharf gestellt, nur eben im Zoom auf mein Gegenüber. Den Weitwinkel für das, was um mich herum passierte, hatte ich schlicht nicht eingeschaltet.
Genau so entsteht auch der Moment, in dem du mitten im Pattern den Faden verlierst: Deine Kamera bleibt in einer Einstellung hängen, die gerade nicht gebraucht wird.
Die vier Einstellungen deiner Konzentration
Stell dir deine Aufmerksamkeit wie eine Kamera vor: Du richtest sie nach draußen oder nach innen, und du ziehst weit auf oder zoomst nah heran.
Weitwinkel
Zoom
DraußenArena & Pferd
Draußen, Weitwinkel
Die ganze Arena im Blick
Du planst deine Linie, findest den nächsten Marker und merkst, wo im Warm-up das nächste Pferd läuft.
Draußen, Zoom
Ganz bei einem Punkt
Die Stange im Trail, die Stelle für deinen Stopp oder die Ohren deines Pferdes: Alles andere tritt zurück.
DrinnenKopf & Körper
Drinnen, Weitwinkel
Der Plan im Kopf
Du gehst deinen Ablauf durch und weißt, was im Pattern als Nächstes kommt.
Drinnen, Zoom
Ein Detail in dir
Du spürst deinen Atem, deinen Sitz oder deine Hand am Zügel.
Keine Einstellung ist besser als die andere. Die Kunst liegt im Umschalten, und zwar im richtigen Moment.
Warum dein Fokus ausgerechnet in der Prüfung verrückt spielt
Im Training darf deine Kamera wandern. Läuft ein Zirkel nicht rund, reitest du ihn eben noch einmal, und außer deinem Trainer schaut dir dabei niemand auf die Finger. Auf dem Turnier ist das anders. Du hast genau einen Versuch, jede Bewegung wird bewertet, und du hast wochenlang auf diesen Moment hingearbeitet. Das alles bekommt dein Kopf mit, auch wenn du dir fest vornimmst, es auszublenden.
Unter diesem Druck passiert etwas ziemlich Menschliches: Deine Aufmerksamkeit sucht nach allem, was schiefgehen könnte, und bleibt dort hängen. Die Kamera wird regelrecht weggezogen, und zwar meistens in eine von drei Richtungen.
Zurück. Der Spin war etwas zu langsam, der Übergang nicht ganz sauber. Während dein Pferd längst im nächsten Manöver ist, spielst du die Szene von eben noch einmal ab. Körperlich reitest du weiter, gedanklich stehst du noch am vorigen Marker.
Nach vorn. Du bist beim Ergebnis, bevor das Pattern überhaupt zu Ende ist. Reicht das für eine Platzierung? Was sagt mein Trainer gleich? Lauter Fragen, die in diesem Moment niemand beantworten kann, und trotzdem nehmen sie dir die Sicht auf die nächsten Meter.
Nach innen. Du willst alles richtig machen und kontrollierst deshalb jedes Detail: Hände ruhig, Absatz tief, Schultern zurück. Die Kamera zoomt so nah an deinen Körper heran, dass Arena, Linie und Pferd unscharf werden.
Allen drei Richtungen ist eines gemeinsam: Deine Konzentration ist nicht verschwunden, sie arbeitet sogar auf Hochtouren. Sie hat sich nur ein Ziel gesucht, das dir in diesem Augenblick nicht weiterhilft.
Besonders spannend ist die dritte Richtung, denn sie fühlt sich gar nicht wie Ablenkung an. Wer an seinen Sitz denkt, hat eher das Gefühl, besonders gewissenhaft zu reiten. Warum genau das dich trotzdem ausbremsen kann, schauen wir uns jetzt an.
Warum „Absatz tief“ dich im Turnier ausbremsen kann
Wahrscheinlich hast du „Absatz tief“ in deinem Reiterleben schon hunderte Male gehört. Und das zu Recht, denn im Training helfen dir solche Hinweise, eine Bewegung überhaupt erst zu lernen. Spannend wird es in dem Moment, in dem du sie bereits kannst.
Die Sportwissenschaftlerin Gabriele Wulf hat über viele Jahre untersucht, was mit einer Bewegung passiert, wenn man beim Ausführen an den eigenen Körper denkt, und was, wenn man an die Wirkung dieser Bewegung denkt. Das Ergebnis zieht sich durch unzählige Studien und Sportarten, vom Golfschlag bis zu Gleichgewichtsübungen: Wer sich auf die Wirkung konzentriert, bewegt sich meist flüssiger, genauer und sicherer. Wer an seine Körperteile denkt, fängt dagegen an, die Bewegung zu kontrollieren, und genau das macht sie oft steifer und langsamer.
Übertragen auf dein Kamerabild heißt das: „Absatz tief“ ist ein Zoom nach innen. „Mein Pferd läuft gleichmäßig auf den Marker zu“ ist ein Zoom nach draußen, auf das, was dein Reiten bewirken soll. Dein Körper weiß längst, was er dafür tun muss, sofern du es gut trainiert hast. Er braucht im Turnier vor allem ein klares Ziel.
Wie das in der Bahn aussehen kann, zeigen drei Beispiele:
Reining: Statt „Gewicht zurück, Beine ruhig“ denkst du an den Punkt, an dem dein Pferd den Stopp starten soll.
Trail: Statt „Hände tiefer, Bein ran“ denkst du daran, wie die Hufe genau mittig zwischen den Stangen landen.
Ranch Riding: Statt „Schultern zurück, locker sitzen“ denkst du an den Takt, den dein Pferd im gleichmäßigen Jog über die ganze Bahn hält.
Reite die Wirkung, nicht die Aneinanderreihung von Manövern und Übergängen
Das bedeutet übrigens nicht, dass deine Trainerin mit „Absatz tief“ falschliegt. Solche Hinweise haben ihren Platz im Training, dort, wo du Bewegungen aufbaust und verfeinerst. Im Turnier darf die Kamera dann nach draußen wandern, dorthin, wo deine Prüfung tatsächlich stattfindet: zu deinem Pferd und deiner Linie.
Dein Pferd merkt, wo dein Kopf gerade ist
Beim Westernreiten kommt noch etwas dazu, das Golfer und Tennisspieler nicht kennen: Du bist nicht allein unterwegs. Dein Pferd bekommt sehr genau mit, was in dir passiert, und zwar nicht über Gedankenlesen, sondern über deinen Körper.
Wenn deine Kamera beim Fehler von eben oder bei der Platzierung hängt, kommen deine Hilfen oft einen Tick zu spät, werden ungenauer oder fester, ohne dass du es selbst merkst. Dazu kommt die Anspannung, die sich in Sitz, Händen und Atmung zeigt. Studien zur Mensch-Pferd-Beziehung deuten darauf hin, dass Pferde auf die Nervosität ihres Menschen reagieren, zum Beispiel mit einem steigenden Puls. Dein Pferd reagiert also auf ein Signal, das du gar nicht bewusst geben wolltest.
Das Schöne daran: Es funktioniert auch in die andere Richtung. Dein Pferd ist nämlich der beste Grund, im Hier und Jetzt zu bleiben. Sein Takt, seine Bewegung unter dir und seine Ohren vor dir finden immer genau in diesem Moment statt, nie beim letzten Manöver und nie bei der Siegerehrung.
Dein Pferd ist immer im Jetzt. Genau dort findest du auch deinen Fokus wieder.
Wenn du deinen Fokus verlierst, musst du deshalb nicht lange suchen, wo du ihn wiederfindest. Er läuft direkt unter dir. Wie du lernst, schneller dorthin zurückzuschalten, darum geht es in den fünf Methoden, die jetzt folgen.
5 Methoden, mit denen du deine Konzentration trainierst
Konzentration ist keine Frage von Talent oder Willenskraft. Sie ist eine Fähigkeit, die du trainieren kannst wie einen Übergang oder einen Spin: erst in Ruhe, dann unter immer anspruchsvolleren Bedingungen. Die ersten drei Methoden setzen im Sattel an, die letzten beiden daneben, und gerade die überraschen viele Reiter am meisten.
1. Die Kamera bewusst umschalten
Wenn gute Konzentration vor allem heißt, im richtigen Moment umzuschalten, dann liegt der erste Schritt nahe: Du übst das Umschalten, bevor es darauf ankommt. Die meisten Reiter haben eine Lieblingseinstellung, in der sie sich wohlfühlen, und eine, in der sie regelmäßig hängen bleiben. Beides zu kennen, ist schon die halbe Miete.
Zum Ausprobieren: Reite im Schritt eine ganze Runde und wechsle etwa alle halbe Bahnlänge die Einstellung. Erst nimmst du die ganze Halle wahr, dann nur die Ohren deines Pferdes, dann gehst du im Kopf deinen nächsten Ablauf durch, dann spürst du nur deinen Atem. Achte darauf, welcher Wechsel dir leichtfällt und bei welchem du hakst.
Welche Einstellung du in welchem Abschnitt deines Patterns brauchst, ist übrigens von Reiter zu Reiter verschieden. Genau das herauszufinden, ist der spannende Teil.
2. Vom Grübel- in den Machermodus
Nach einem Fehler schaltet der Kopf gern in einen Modus, der analysiert: Was war das? Warum ausgerechnet jetzt? Was bedeutet das für die Wertung? Nach der Prüfung sind das gute Fragen. Mitten im Pattern halten sie dich allerdings am vorigen Manöver fest, während dein Pferd schon weiterläuft. Was du jetzt brauchst, ist der Machermodus, der nur eine Frage kennt: Was ist als Nächstes dran?
Zum Ausprobieren: Benenne in Gedanken zwei, drei Dinge, die du gerade siehst oder spürst, zum Beispiel „Marker. Ohren. Takt.“ Das klingt fast zu simpel, aber es holt deine Aufmerksamkeit zuverlässig ins Jetzt zurück, weil für Grübeleien schlicht kein Platz mehr bleibt. Übe das zuerst im Training, immer dann, wenn etwas nicht klappt.
Wenn dich Fehler im Turnier nicht nur ablenken, sondern richtig aus der Bahn werfen, lohnt sich ein Blick in meinen Artikel mentale Blockaden beim Turnierreiten.
3. Die 5-Sekunden-Routine
Im Golf hat fast jeder Profi eine feste Abfolge vor dem Schlag, im Tennis vor dem Aufschlag. Das ist kein Aberglaube, sondern ein Schalter: ein kurzes, immer gleiches Ritual, das die Konzentration auf Knopfdruck einschaltet. Die besten Routinen sind erstaunlich kurz, meist nicht länger als fünf Sekunden, und sie sprechen dich auf drei Ebenen an: über deinen Körper, über deine Gedanken und über dein Gefühl.
Zum Ausprobieren: Kurz vor dem Start könnte das so aussehen: einmal tief ausatmen, den Blick auf den ersten Marker legen und dir innerlich ein kurzes Power-Wort oder einen kurzen Power-Satz sagen, das sich für dich nach Vorfreude anfühlt.
Entscheidend ist, dass deine Routine wirklich zu dir passt und dass du sie im Training so oft nutzt, bis sie automatisch abläuft. Eine Routine, die du am Turniertag zum ersten Mal ausprobierst, sorgt eher für Unruhe als für Fokus.
4. Konzentration trainieren, wo es keiner sieht
Jetzt wird es ein bisschen verspielt. Gleichgewichts-, Reaktions- und Geschicklichkeitsübungen sind hervorragendes Konzentrationstraining, zum Beispiel ein Balance-Pad, ein Wackelbrett oder drei Jonglierbälle. Für Reiter ist das doppelt interessant, denn Gleichgewicht und feine Körperwahrnehmung sind auch im Sattel gefragt.
Der Haken dabei: Es wirkt nur, solange es schwierig ist. Sobald du etwas sicher kannst, wird es eher zur Entspannung. Eine einfache Faustregel lautet deshalb: Von zehn Versuchen sollten höchstens fünf gelingen. Schaffst du mehr, machst du die Übung schwerer, etwa mit geschlossenen Augen, schneller oder mit einer kleinen Störung.
Ein schöner Nebeneffekt: Du gewöhnst dich daran, dass Fehler einfach dazugehören. Beende eine Übung ruhig auch einmal mit einem misslungenen Versuch, statt so lange weiterzumachen, bis es klappt. Für alle, die im Turnier perfekt sein wollen, ist das ein erstaunlich wirksames Training.
5. Der konzentrierte Stallalltag
Rechnen wir kurz: Wenn du viermal pro Woche eine Stunde reitest, sind das 240 Minuten. Eine Woche hat aber 10.080 Minuten. Du trainierst deine Konzentration im Sattel also in gut zwei Prozent deiner Zeit. Was wäre, wenn du den Rest mitnutzt?
Dafür gibt es zwei einfache Wege. Der erste: Was du tust, tust du ganz. Wenn du dein Pferd putzt, bist du beim Putzen und bei deinem Pferd, das Handy bleibt in der Tasche. So übst du ganz nebenbei, deine Aufmerksamkeit bei einer Sache zu halten.
Der zweite Weg setzt bei deinen Gewohnheiten an. Vieles in deinem Alltag läuft auf Autopilot: Du putzt dir die Zähne, fegst die Stallgasse oder stopfst das Heunetz, während dein Kopf längst woanders ist. Sobald du so eine Handlung ein kleines bisschen schwieriger machst, funktioniert der Autopilot nicht mehr, und deine Konzentration muss sich einschalten. Genau dieses Einschalten trainierst du dabei, ohne dafür eine einzige Minute extra einzuplanen.
Zum Ausprobieren:
Zähneputzen auf einem Bein oder mit der ungewohnten Hand
das Heunetz mit der anderen Hand stopfen als sonst
die Stallgasse mit vertauschter Handhaltung fegen
das Putzzeug in einer neuen Reihenfolge verwenden
Wichtig: Alles, was du direkt am Pferd machst, bleibt sicher. Übungen mit geschlossenen Augen haben neben deinem Pferd nichts zu suchen.
Wie du daraus eine Gewohnheit machst, die sich ganz natürlich in deinen Alltag einfügt, ist dann der nächste Schritt.
Fazit: Konzentration heißt, immer wieder zurückzukommen
Erinnerst du dich an meine beiden Turniermomente vom Anfang? Konzentriert war ich in beiden Fällen, sogar ziemlich intensiv. Nur eben auf ein Gespräch statt auf das, was gerade dran war. Und genau darin steckt die gute Nachricht dieses Artikels: Du musst dir keine Konzentration erarbeiten, die dir angeblich fehlt. Du lernst, sie zu lenken.
Das beginnt mit dem Wissen, dass deine Kamera vier Einstellungen hat und dass die Kunst im Umschalten liegt. Es geht weiter mit einem Blick auf die Wirkung statt auf die Einzelteile, mit einem Pferd unter dir, das dich immer wieder ins Jetzt holt, und mit fünf Methoden, die im Sattel beginnen und im Stallalltag weitergehen.
Konzentriert zu reiten bedeutet deshalb nicht, dass deine Gedanken nie wandern. Es bedeutet, dass du immer schneller merkst, wo sie gerade sind, und sie mit einem Handgriff zurückholst. Jede Trainingseinheit, jedes gestopfte Heunetz und jeder Start am Marker ist eine Gelegenheit, genau das zu üben.
Und manchmal, wenn alles zusammenpasst, merkst du das Umschalten gar nicht mehr. Dann läuft dein Ritt wie von selbst, und du bist einfach da. Diesen Zustand nennt man Flow. Was dahintersteckt und wie du ihm in der Showarena näherkommst, liest du in meinem Artikel Flow beim Reiten: Wie du auch im Turnierstress ganz bei dir und deinem Pferd bleibst.
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Häufige Fragen zur Konzentration beim Westernreiten
Wie kann ich meine Konzentration beim Reiten verbessern?
Konzentration beim Reiten verbesserst du, indem du übst, deine Aufmerksamkeit gezielt zu lenken, statt sie krampfhaft festzuhalten. Hilfreich sind dabei ein bewusstes Umschalten zwischen Umgebung, Pferd, Plan und Körpergefühl, eine kurze Routine vor dem Start sowie kleine Konzentrationsübungen im Alltag. Entscheidend ist, dass du regelmäßig und unter steigenden Anforderungen übst, im Sattel ebenso wie daneben.
Warum verliere ich mitten im Pattern die Konzentration?
Mitten im Pattern verlierst du selten deine Konzentration, sondern sie wandert an einen anderen Ort. Unter Turnierdruck bleibt die Aufmerksamkeit gern beim Fehler von eben hängen, eilt zur Platzierung voraus oder kontrolliert jedes Detail am eigenen Körper. In allen drei Fällen fehlt dir der Blick für das, was gerade dran ist. Mit Training lernst du, diese Momente früher zu bemerken und schneller zurückzukehren.
Worauf sollte ich mich während einer Westernprüfung konzentrieren?
Während einer Westernprüfung hilft es meist mehr, dich auf die Wirkung deines Reitens zu konzentrieren als auf einzelne Körperteile. Statt an „Absatz tief“ denkst du zum Beispiel an den Takt deines Pferdes, an die Linie zum nächsten Marker oder an die Stelle, an der der Stopp sitzen soll. Studien aus vielen Sportarten zeigen, dass Bewegungen mit diesem Fokus flüssiger und sicherer gelingen.
Kann man Konzentration trainieren?
Ja, Konzentration lässt sich trainieren wie jede andere sportliche Fähigkeit. Gut geeignet sind Gleichgewichts-, Reaktions- und Geschicklichkeitsübungen, solange sie dich wirklich fordern, außerdem kleine Veränderungen an Alltagsroutinen, zum Beispiel Zähneputzen auf einem Bein. Weil du damit viel mehr Zeit als nur deine Reitstunden nutzt, wirkt das Training im Sattel und im Turnier deutlich nachhaltiger.
Quellen
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Michaela Wiesenbacher ist zertifizierte Sportmentaltrainerin (DMA · DBVS) und selbst aktive Westernreiterin. Was sie heute lehrt, hat sie selbst erlebt: wie Anspannung auf Turnieren direkt auf ihr Pferd übergeht und wie die richtigen mentalen Werkzeuge das von Grund auf verändern. Mit MentalGut begleitet sie ambitionierte Reiterinnen und Reiter dabei, mentale Stärke systematisch aufzubauen: wissenschaftlich fundiert, praxisnah und mit tiefem Verständnis für die besonderen Herausforderungen im Pferdesport.
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